Selbstsein

In Kontakt mit sich oder einfach nur sein

Ich habe da mal was gesagt. Über Meditation. Dass man da den Kontakt zu sich selbst aufnehmen müsse. Zu seiner inneren Stimme. Dass man das üben müsse – und dass es dann von Mal zu Mal besser gelinge.

Ja und nein.

Denn wenn ich den Kontakt zu mir selbst aufnehme – wer, zum Teufel, nimmt da eigentlich Kontakt zu wem auf? Wer ist dieses „Ich“, das da Kontakt aufnimmt? Und wer ist dieses „Selbst“, zu dem Kontakt aufgenommen wird? Bin ich plötzlich zwei? Ein Zwiegespräch in einer Person? Ein schlecht geschriebenes Theaterstück mit nur einer besetzten Rolle?

Deswegen ist es wahrscheinlich viel richtiger – viel ehrlicher – wenn man es anders herum denkt. Es geht nicht darum, Kontakt aufzunehmen. Als ob du ein Funkgerät wärst und ständig versuchst, deine eigene Frequenz zu finden, während das Rauschen immer lauter wird.

Es geht darum, bewusst selbst zu sein.

Deswegen ist es wahrscheinlich viel richtiger – viel ehrlicher – wenn man es anders herum denkt. Es geht nicht darum, Kontakt aufzunehmen. Als ob du ein Funkgerät wärst und ständig versuchst, deine eigene Frequenz zu finden, während das Rauschen immer lauter wird.

Es geht darum, bewusst selbst zu sein.

Einfach da zu sein. Ohne Ablenkung. Ohne das ständige Getue und das verkrampfte Suchen. Ohne die Frage, ob du es jetzt „richtig“ machst oder ob du schon „drin“ bist.

Du bist schon drin. Du bist es. Immer. Dieses ständige Suchen nach dir selbst – das ist, als ob dein Auge versucht, sich selbst zu sehen. Es geht nicht. Es kann nur sehen, was nicht es selbst ist. Du kannst dich nicht finden, weil du nie verloren gegangen bist. Du kannst nur aufhören, so verzweifelt zu suchen, wo du doch der ganze Raum bist, in dem gesucht wird.

Und genau dort – in diesem einfachen, unverstellten, bewussten Selbst-Sein – da liegt der Schlüssel. Nicht nur zur Meditation. Sondern zu allem. Zum Glücklichsein. Zum Erfolgreichsein. Zu diesem ganzen großen, weiten Meer an Möglichkeiten, das du ursprünglich schon bist, aber ständig mit deinem Paddeln und Planen aufwühlst und verhinderst

Sei einfach da. Der Rest – der kommt von allein. Oder er geht. Beides ist in Ordnung.

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